Google kämpft an zwei Fronten gleichzeitig, und der Ausgang wird das digitale Marketing auf Jahre prägen. Das Unternehmen legte diesen Monat Berufung gegen das Urteil zum Suchmaschinenmonopol ein. Gleichzeitig rechnet es in den kommenden Monaten mit einer hohen Geldstrafe der EU-Regulierungsbehörden.

Der regulatorische Druck erreicht nun endlich den Kern der Suchmaschinenbranche. Fast das gesamte letzte Jahrzehnt lang betrachteten Marketingfachleute Googles Dominanz als unumstößliche Tatsache. Sie orientierten ihre gesamte Strategie an Googles Regeln, weil es keine wirkliche Alternative gab. Diese Annahme gerät nun von verschiedenen Seiten unter rechtlichen Druck.
Was ändert sich, wenn Google sich öffnen muss? Mehr Auswahlmöglichkeiten. Mehr Raum für konkurrierende Suchtools. Möglicherweise weniger Verknüpfung von Google-Produkten untereinander. Nichts davon geschieht über Nacht, da sich Berufungsverfahren über Jahre hinziehen. Doch die Richtung ist vorgegeben, und kluge Marketingexperten planen für ein weniger Google-zentriertes Web.
Die Diskussion um Suchmaschinenmarketing ist anhaltend. Nur wenige erwarten, dass Google seine Führungsposition bald verliert. Die meisten gehen davon aus, dass die Regeln weiter verschärft werden, was mehr Aufwand für die Einhaltung der Vorschriften und mehr Transparenz bei Anzeigen bedeutet.
Der praktische Tipp für Digitalmarketer diese Woche: Setzen Sie nicht Ihr gesamtes Geschäft auf einen einzigen Kanal, egal wie groß er ist. Diversifizieren Sie Ihren Traffic über Suchmaschinen, soziale Medien, E-Mail und KI-Assistenten. Bauen Sie sich eine eigene Zielgruppe auf. Die Regulierung schreitet zwar langsam voran, aber der Trend ist eindeutig. Die Ära der einzigen Plattform neigt sich dem Ende zu, und Marketer, die auf mehrere Kanäle setzen, werden im Vergleich zu denen, die es nicht tun, deutlich besser schlafen.
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